Rucksack packen & tragen: Tipps vom Profi

Im letzten Blog-Beitrag habe ich Dir ja schon erklärt, warum es so wichtig ist, einen für Dich optimal passenden Rucksack zu finden und worauf Du beim Kauf achten musst. Doch bevor Du nun mit Deinem neuen Begleiter losstartest, gebe ich Dir einige Tipps, wie Du ihn richtig packst und vor allem auch richtig trägst, damit Deine Touren Freude statt Frust bringen.

Ich packe meinen Koffer…äh Rucksack…
„Das muss noch mit, das auch noch, und klar, das auf jeden Fall, darauf kann ich nicht verzichten.“ So geht’s dahin! Und eh Du Dich versiehst, liegt ein riesiger Haufen Zeug vor Dir, das Du in Deinen Rucksack quetschen willst. Das ist der Punkt, an dem Du dem schlimmsten Fehler beim Thema Rucksack gleich mal ausweichen kannst: Nimm Dir eine Wage zur Hand und sorge dafür, dass am Ende für eine Hüttentour (z. B. Alpenüberquerung oder ähnliche mehrtägige Touren) nicht mehr als acht Kilo in Deinem Rucksack landen. Bestenfalls inklusive Getränk, mit zugedrücktem Auge dürfen noch 1-2 Kilo für Getränke hinzukommen. Reduziere Dich auf das wirklich notwendigste! Für eine Woche Hüttentour reichen drei Shirts (bestenfalls aus Merino, die müffeln weniger schnell), zwei Hosen und 2-3 Paar Socken vollkommen aus. Das brauchst Du nicht alles täglich frisch anziehen. Unverzichtbar ist dagegen u. a. ein Erste Hilfe Set, ein aufgeladenes Handy für Notfälle, eine Wanderkarte (oder GPS/App), gute Regenkleidung und eine Isolationsschicht (Fleece, Daune, Primaloft). Es ist sinnvoll, die Dinge in einzelne (farbige) Packtaschen zu verpacken. So behälst Du den Überblick, denn es ist wirklich erstaunlich, wie tief so ein Rucksack eigentlich sein kann…

Auch Erwachsene schleppen überraschend oft Kuscheltiere auf ihren Wandertouren mit. Ich finde, der plüschige Freund darf Daheim warten. Foto: Marina Shatskih

Bitte näher rücken
Wenn Du nun Deine Habseligkeiten auf das für Dich erträgliche (und tragbare!) Minimum reduziert hast, geht’s ans Packen. Schwere Dinge (Vorräte u. ä.) sollten sich möglichst mittig und möglichst nah an Deinem Rücken befinden. Leichte Sachen (z. B. Schlafsack) sind perfekt im unteren und vorderen Bereich des Rucksacks aufgehoben. So ist das Gewicht optimal verteilt und arbeitet beim Laufen nicht gegen Dich. Leider sieht man oft ziemlich abenteuerlich gepackte Rucksäcke, an denen Außen allerlei Flaschen, Jacken und Kuscheltiere umherbaumeln. Keine gute Idee! Alles, was sich nicht IM Rucksack befindet, verlierst Du schneller. Zudem ist es lästig, ggf. sogar ein Sicherheitsrisiko, wenn Du damit hängenbleibst. Und wer ein Mal in seinem Leben hinter jemandem mit klappernder Isoflasche am Rucksack hergelaufen ist weiß, was ich meine…
„Mist, das habe ich ganz vergessen zu verstauen!“ Und schon landen das Buch, die Kulturtasche oder die Badeschlappen fix im Deckelfach. Der Klassiker! Doch auch vollgestopfte Deckelfächer behindern Dein Gleichgewicht beim Laufen. In den Deckel gehören wirklich nur Kleinigkeiten, die schnell griffbereit sein müssen.

Abmarschbereit
Du kannst Dir nicht vorstellen, welch entstellte Schultern ich schon bei Wanderern gesehen habe. Mit verfärbten, angeschwollenen Schlüsselbeinen oder mit extremen Verspannungen. So mancher denkt, diese Schmerzen würden einfach dazugehören. Tatsächlich entstehen sie meist dadurch, dass der Rucksack falsch getragen wird. Das Wichtigste ist, dass die Hüften den Grußteil des Gewichts tragen, eben nicht die Schultern. Um das zu erreichen, solltest Du folgende Schritte beachten udn Deinen Rucksack jeden Morgen und nach jeder Pause nach folgendem Ablauf aufsetzen:
• Lockere alle Schnallen.
• Hebe den Rucksack an beiden Schultergurten hoch (nicht an dem kleinen Tragegriff in der Mitte).
• Setze ihn auf einem Oberschenkel ab und dreh Dich mit einem Arm in einen Schultergurt.
• Den Rucksack hochstemmen und mit dem zweiten Arm in den anderen Schultergurt eintauchen.
• Beim Schließen der Schnallen beginnst Du immer mit dem Hüftgurt. Dieser sollte mittig auf dem Becken liegen, nicht in der Taille (sonst behinderst Du Deine Atmung) und nicht auf dem Hintern (stört beim Laufen). Zieh ihn straff an.
• Nun sind die Schultergurte dran. Zieh sie sehr straff an, fast so, dass es etwas unangenehm ist.
• Als nächstes werden die Lastenkontrollriemen (das sind die kleinen Gurte über den Schultergurten) eingestellt. Idealerweise beginnen sie in etwa auf Höhe Deines Schlüsselbeins, sich anzuheben.
• Lockere die Schultergurte so weit, dass sich das Gesicht des Rucksacks auf Deine Hüfte absenkt.

Finde den Fehler… Die Isofalsche baumelt Außen, der Rucksack ist nicht richtig verschlossen. Ob alles drin bleibt?

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