Die 10 schönsten Alpenüberquerungen

Ob von Oberstdorf nach Meran, von München nach Venedig oder vom Tegernsee nach Sterzing: Die Routen über die Alpen sind zahlreich. Und sehr unterschiedlich! Von wenigen Tagen bis zu vielen Wochen, von einfach bis anspruchsvoll: Wir stellen Dir die zehn schönsten Alpenüberquerungen im Kurz-Portait vor.

1.) Von Oberstdorf nach Meran
Dies ist sicherlich aktuell die beliebteste Tour. „Ich gehe den E5“, hört man oft. Dabei handelt es sich bei dem Abschnitt von Oberstdorf nach Meran nur um einen kleinen Teil des E5. Der gesamte Fernwanderweg führt von Konstanz am Bodensee bis nach Verona. Während die „volle Nummer“ gut vier Wochen Zeit in Anspruch nimmt, lässt sich der Abschnitt von Oberstdorf nach Meran in nur einer Woche meistern. Auch das macht die Strecke für viele Transalp-Aspiranten so attraktiv. In nur einer Woche werden drei Länder durchwandert. Von den grünen Gipfeln des Allgäus zu den Gletschrriesen im Ötztal und schließlich ins mediterrane Meran. Für den E5 ist keine Klettererfahrung (oder -ausrüstung) notwendig, jedoch sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute Kondition Pflicht. Wer auf eigene Faust (also ohne professionelle Führung) startet, sollte zudem über ausreichend Bergerfahrung verfügen, so dass Du auch bei schlechten Bedingungen sicher unterwegs bist.

2.) Von München nach Venedig
Es ist der absolute Klassiker unter den Alpenüberquerungen: der Traumpfad von Marienplatz in München zum Markusplatz in Venedig. Erfinder dieser Route war Ludwig Graßler, der sich in den Kopf gesetzt hatte, einen attraktiven Weg über die Alpen von der bayerischen Metropole in die Lagunenstadt zu finden. 1974 lief er schließlich die gesamte Strecke und schrieb anschließend ein Buch darüber. Vier Wochen Zeit solltest Du für diese Transalp einplanen. Wer nicht topfit ist, wird von dem Weg schnell in die Schranken verwiesen – Immerhin sind über 22000 Höhenmeter alleine im Aufstieg zu überwinden. Sechs Stunden Gehzeit pro Tag sind Standard, einige Tage sind mit acht oder neun Stunden reiner Gehzeit noch länger. Doch der Aufwand einer guten Vorbereitung lohnt! Denn der Weg ist in seiner Dramaturgie kaum zu schlagen. Raus aus der Großstadt, rein ins Voralpenland, hinüber ins Hochgebirge und schließlich durch die Ebene nach Venedig, zurück in eine Metropole.

Ziel ist die Lagunenstadt Venedig

3.) Die Grande Traversata delle Alpi
Dies ist vielleicht die speziellste Alpenüberquerung. Die GTA, wie die Grande Traversata delle Alpi genannt wird, ist ein Fernwanderweg, der Anfang der 1970er-Jahre in Frankreich entstand. Schon bald begeisterte sich auch eine Gruppe italienischer Bergsteiger dafür, eine Route zu entwickeln, die in die vergessenen Alpen des Piemont eintaucht. In 65 Tage und über 1000 Kilometer führt sie von Molina di Calasca aus den Walliser Alpen über die Cottischen Alpen zu den Seealpen nach Ligurien. Die GTA ist ein Weg, der durch eine früher dicht besiedelte Kulturlandschaft führt, die heute in weiten Teilen entvölkert ist. Wo früher Hunderte Menschen lebten, sitz heute zwischen den langsam verfallenen Höfen noch eine alte Frau auf der Bank vor ihrem vom Wetter und Zeit schief gelegten Haus. Die GTA stellt Dich technisch vor keine großen Herausforderungen. Anders sieht es mit dem Orientierungssinn und der Kondition aus. Da es von Quertal zu Quertal geht, musst Du immer wieder auf- und absteigen. Zwischen 600 und 1200 Höhenmeter kommen so pro Etappe zusammen. Die Markierung lässt leider oft zu wünschen übrig, Du solltest Dich also mit GPS und Kartenmaterial auskennen. Übernachtet wird meist in den so genannten Posti Tappe, einfachen Unterkünften, oftmals mit herrlich gutem regionalen Essen.

4.) Von Salzburg nach Triest
Mit 28 Etappen ist auch dies eine der längeren Querungen. Auf den knapp 500 Kilometern sammelst Du 26000 Höhenmeter – jeweils im Auf- und Abstieg wohlgemerkt. Damit ist die Route nicht geeignet für Einsteiger ohne alpine Erfahrung. Auf der ein oder anderen Etappe musst Du schon beißen können, darfst dafür aber auf der noch relativ neu von Christof Hermann zusammengestellten Route vielerorts Bergeinsamkeit genießen. Vor allem im Nationalpark Triglav oder in der Kreuzeckgruppe. Praktisch: Wer die anspruchsvollsten Stellen meiden will, für den gibt es immer eine zahmere Alternative. Die vielen Start- und Zielpunkte sind prädestiniert dafür, diese Transalp in mehreren Abschnitten zu laufen. Von Anfang Juli bis Ende September sollten die Bedingungen passen.

Los geht’s in Salzburg

5.) Vom Tegernsee nach Sterzing
Sie gilt als die einfachste Alpenüberquerung und ist vor allem für absolute Einsteiger interessant. Von Touristikern entwickelt mit durchweg niedrigen, maximal mittleren Schwierigkeiten erwarten Dich an den meisten Tagen nur 200 bis 500 Höhenmeter. Auch die Gehzeiten liegen meist unter vier Stunden , nur an zwei Tagen werden es knapp sechs Stunden sein. Die siebentägige Tour führt vom bayerischen Alpenrand zum Achsen und weiter über das Zillertal bis nach Sterzing. Komfort und Genuss stehen ganz klar im Fokus. Übernachtet wird etwa im Tal in Gasthöfen, Pensionen oder Hotels. Auch werden einige Abschnitte mit Bus, Zug, Schiff oder Seilbahn überwunden.

6.)Der Alpe-Adria-Trail
Auf 43 Etappen verbindet der Alpe-Adria-Trail Kärnten, Slowenien und Friaul Julisch Venetien. Vom Großglockner geht’s über etwa 750 Kilometer nach Muggia an der Adria. Die Höhenmeter halten sich in Grenzen, die Gehzeiten liegen dennoch täglich meist bei etwa sechs Stunden. Der Trail wurde von den Tourismus-Institutionen der drei Regionen konzipiert. Das merkt man besonders daran, dass viel Wert auf Genuss gelegt wurde. Sowohl auf der Tour selbst, als auch beim Marketing. So gibt’s ein eigenes Buchungscenter, Angebote für Gepäcktransport und Mobilitätsservice. Wandern de luxe! Besonders interessant ist der Trail somit für Transalp-Anwärter, die sich um Logistik keine Gedanken machen möchten und für die Hüttenübernachtungen in engen Matratzenlagern nicht auf der Wunschliste stehen.

7.) Via Alpina
Sie ist die Königin der Alpenüberquerungen! Wenn Du es richtig krachen lassen möchtest, folgst Du der roten Via Alpina in 161 Etappen durch alle acht Alpenstaaten. Dabei überquerst Du merhmals den Alpenhauptkamm und 44 Mal nationale Grenzen, um von Triest nach Monaco zu gelangen. Der Weg führt sowohl an den Bergpromis wie Mont Blanc oder Zugspitze vorbei, aber auch durch eher unbekanntere Regionen des Tessins. „Die“ Via Alpina gibt’s streng genommen jedoch nicht, denn neben der gerade erwähnten roten Route tragen noch vier weitere Wege den Namen. Insgesamt bringen sie es auf über 5000 Kilometer durch die Alpen. Keine der Via Alpina-Routen ist technisch anspruchsvoll. Es werden weder Gletscher gequert, noch müssen Kletterpassagen überwunden werden. Zum Reinschnuppern eignet sich die kürzeste Route, der grüne Weg, am besten. In 14 Etappen kannst Du auf dieser Teilstrecke vom Fürstentum Liechtenstein über das Rheintal in die Schweiz gelangen. Vorbei an Eiger, Mönch und Jungfrau geht’s bis nach Lenk.

8.) Von Garmisch-Partenkirchen nach Brescia
Als Hans Loose seinen „L1“ konzipierte stand für ihm vor allem ein Gedanke im Fokus: Er wollte die Alpen überwinden ohne Busse oder Lifte zu nutzen und möglichst fern von Straßen laufen. Das ist ihm mit dieser Wegführung gelungen. Als reiner Fußweg führt der L1 vom Fuße der Zugspitze auf etwa 400 Kilometern in 26 bis 30 Tagen und über 60000 Höhenmetern in Auf- und Abstieg in die Lombardei. Die Anforderungen auf diesem Weg sind knackiger als bei den anderen Alpenüberquerungen. Beispielhaft sei die fünfte Etappe erwähnt, auf der 23 Kilometer, 2550 Höhenmeter Aufstieg und 1400 Höhenmeter Abstieg angesagt sind. Auch erwarten Dich auf dieser Transalp steile, ausgesetzte und drahtseilversicherte Passagen. Zudem ist der Weg nicht einheitlich markiert, es gilt also: Augen auf und gut navigieren! Ein interessanter Weg, der nur wenig frequentiert ist.

9.) Von Berchtesgaden nach Lienz
Es darf auch mal das kurze Programm sein. Wer keine Zeit (oder Muße) hat, wochenlang durch die Berge zu streifen, für den stellt diese Transalp eine interessante Alternative dar. Entwickelt von Andrea und Andreas Strauß führt diese Ostalpenquerung vom Königssee in den Berchtesgadener Alpen über die Hohen Tauern und die Glocknergruppe nach Lienz in Osttirol. Wer gemütlich unterwegs sein will, nimmt sich neun Tage Zeit für diese Transalp. Für alle, die es sportlicher mögen, gibt’s die Möglichkeit, Etappen zusammen zu legen. Die Gehzeiten liegen zwischen 2 1/2 und 7 1/2 Stunden, maximal sind 1550 Höhenmeter im Aufstieg zu leisten. Nur der letzte Tag hat es mit knackigen 2030 Höhenmetern im Abstieg von der Wagenitzseehütte nach Lienz wirklich in sich.

10.) Von München zum Gardasee
Der Gardasee – Im Sommer scheint er fest in deutschen Händen zu sein. Kein Wunder, ist er doch gerade für Bayern so nah, herrlich mediterran und dazu noch die geliebten Berge ganz nah. Von München aus ist der See in 31 Etappen erreichbar. Auf den 550 Kilometern erwarten Dich zum Teil auch längere Etappen und auch einen Klettersteig, der aber auch umgangen werden kann. Von den Kalkbergen des Karrendes führt der Weg über die Tuner Voralpen zu den Gletschern des Zillertals und hinüber in die Brenta. Zielpunkt ist Pesciera del Garda am Südende des Sees.

PS: Für welche Alpenüberquerung Du Dich auch entscheidest: Wir bieten Dir die perfekte Vorbereitung an. Ob bei unserem Online-Kurs „Über die Alpen“, der im Mai startet, beim Live-Webinar „Fit für den E5“ oder beim Vorbereitungs-Workshop in den Ammergauer Alpen. Wir würden uns freuen, mit Dir gemeinsam Dein Abenteuer Alpenüberquerung vorzubereiten.

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