Wintertouren: 11 Profi-Tipps für die perfekte Ausrüstung

Schneeflöcken, Weißröckchen… Während ich diesen Text schreibe, verwandeln sich die Berge draußen immer mehr in ein Winter-Wunderland. Herrlich! Du beendest Deine Wandersaison immer schon im Herbst bis zum nächsten Frühjahr? Großer Fehler! Denn im weiten Weiß warten wunderbare Wandererlebnisse auf Dich. Allerdings ist die passende Ausrüstung ein Muss. Sonst ist der Spaß oft schnell vorbei. Hier kommen die Ausrüstungs-Tipps von Nina aus dem BERBGEGEGNUNGEN-Team. Damit bist Du perfekt gerüstet für lange Touren im Schnee…

Glücksgefühle im Weiß: Winterwanderungen sind mit der richtigen Ausrüstung purer Genuss.

1.) Warme Schuhe
Fangen wir mal ganz weit unten an: bei Deinen Füßen. Neben den Händen kühlen die besonders schnell aus, wenn die Temperaturen in den Keller sacken. Zudem haben sie natürlich den meisten Schneekontakt. Ich persönlich schwöre auf Winter-Wanderschuhe. Diese sind mit einer wasserdichten Membran und einer zusätzlichen, wärmenden Isolierung, zum Beispiel wie bei meinem LOWA-Yukon aus Primaloft, ausgestattet. Zudem reicht der Schaft oft noch etwas höher als bei „normalen“ Sommer-Wanderschuhen.

Selbst wenn es „nur“ kalt ist und nicht viel Schnee liegt, sind Winterschuhe eine gute Wahl.

2.) Die richtigen Socken
Natürlich kannst Du Deine Wandersocken aus dem Sommer auch einfach im Winter weiter tragen. Wenn Du allerdings zu den Schnell-Frierern gehörst, können Wintersocken wahre Wunder bewirken. Ich mag am liebsten solche mit einem hohen Wollanteil (am besten Merino) und einem kleinen Anteil Kunstfaser. Du kannst nach Belieben auswählen aus kürzeren Exemplaren und langen Socken, die dann auch für Ski- oder Snowboardtouren geeignet sind.

3.) Stabile Stöcke
Im Sommer ein „nice to have“ werden gute Stöcke bei Wintertouren zum „must have“. Denn sie bieten nicht nur mehr Stabilität und Sicherheit, man kann mit ihnen auch gut den Untergrund ertasten. Deine Stöcke müssen aber unbedingt ihr Winteroutfit anlegen – große Schneeteller. Die sind bei den meisten Modellen dabei und werden einfach über die Spitze gezogen. So hast Du mehr Halt im Weiß. Einziger Nachteil der Schneeteller: Sie bleiben gerne mal unter Latschen, Wurzeln und Co. hängen.

4.) Gamaschen
Sie sorgen dafür, dass kein Schnee in die Schuhe rieselt. Zudem wärmen Gamaschen die Waden. Es gibt sie in kurz oder lang. Wenn Du wirklich im tiefen Schnee wandern möchtest oder auf Hochtouren und beim Eisklettern unterwegs bist, greif auf jeden Fall zum langen Modell.

5.) Wärmende Isolierung
Das Zwiebelprinzip ist bei Winterwanderungen das Nonplusultra. Denn Du solltest unbedingt vermeiden, zu stark zu schwitzen. Wer beim Aufstieg in Daune & Co. gehüllt ist, wird schnell im eigenen Saft stehen – und auskühlen. Darum: Mehrere Schichten sind Deine Wahl. Direkt auf der Haut ein Merinoshirt, darüber folgt die Isolierung. Das kann ganz nach Belieben ein Fleece sein, eine Primaloft-Jacke oder eine aus Daunen. Beim steilen Aufstieg kannst Du diese im Rucksack lassen, oben angekommen und im Abstieg wärmt sie Dich zuverlässig. Oben drüber kommt dann noch eine…

6.) Schützende Hardshell-Jacke
Nein, nicht nur bei sommerlichen Regengüssen leistet eine Hardshell-Jacke gute Dienste, auch im Winter. Sie hält den kalten Wind von uns fern und wer schon Mal über mehrere Stunden im Schneefall unterwegs gewesen ist weiß: Auch Schnee macht nass. Perfekt sind Modelle mit Lüftungsschlitzen unter den Armen, wie zum Beispiel bei meiner Jamspitz-Jacke. Die kannst Du im Aufstieg öffnen und verhindert so übermäßige Schweißbildung.

7.) Thermorock-/hose
Okay, ich gebe zu, über die Frage, wie sexy so ein Überrock bzw. eine Überhose aussieht, lässt sich streiten. Aber am Berg geht’s zum Glück noch immer in erster Linie um Funktionalität. Darum habe ich immer, immer, immer auf Wintertouren meinen Thermorock dabei. Der lässt sich komplett vorne mit einem Reißverschluss öffnen, ist schnell angezogen und sorgt dafür, dass ich bei der Gipfelpause keinen kalten Hintern bekomme.

Ein Thermorock hält zusätzlich warm. Gibt’s übrigens auch als Hose.

8.) Biwacksack
Bestenfalls ist er auch im Sommer bei Deiner Notfallausrüstung dabei. Da reicht aber oft auch eine einfache Rettungsdecke. Im Winter dagegen nehme ich zu jeder Tour einen Biwacksack mit. Denn selbst wenn Du nur in Gebieten unterwegs bist, die gut zugänglich ist, bzw. von der Bergrettung im Fall der Fälle leicht erreicht werden können – Es kann immer sein, dass Du doch längere Zeit im Gelände ausharren musst, bis Hilfe kommt. Das kann im Winter schnell zu einem großen Problem werden, denn der Körper kühlt unglaublich schnell aus. Ein guter Biwacksack (gibt’s auch als Doppelmodell, dann könnt Ihr Euch zu zweit wärmen) ist da ein zuverlässiger Helfer.

Auch für den Transport von Verletzten ist der Biwacksack prima geeignet.

9.) Stirnlampe
Eins der wenigen Dinge, die mich an Touren im Winter wirklich nerven ist, dass die Tage so kurz sind. Morgens dauert es gefühlt ewig, bis die Nacht verschwindet und dann wird es am Nachmittag ratzfatz wieder dunkel. Draußen rumzustapfen wird dann – vor allem im alpinen Gelände – zum Risiko. Darum gehört – auch wenn Du nur eine kurze Tour planst – eine Stirnlampe (bitte vorher die Batterie/Akku prüfen!) mit in den Rucksack. Im Notfall kannst Du damit auch das alpine Notsignal senden.

10.) Isoflasche
Auf besonderen Touren darf’s im Sommer gerne ein Gipfelbier sein. Im Winter dagegen schwöre ich auf den Klassiker: heißen Tee. Du solltest auf jeden Fall in eine gute Isolationsflasche investieren. Mit ca. 40 Euro für eine 750-1000 ml-Flasche sind die zwar kein Schnäppchen, aber ihr Geld wirklich wert. Wähle ein Modell, bei dem der Deckel als Tasse dient, damit Dein Heißgetränk darin schneller auf Trinktemperatur abkühlen kann.

11.) Lawinen-Ausrüstung
Sobald Du auf Deiner Tour geräumte Wege verlässt und im alpinen Gelände unterwegs bist, gehören ein LVS-Gerät, eine Schaufel und eine Sonde IMMER zu Deiner Ausrüstung und der Deiner Mitwanderer. Nur mit diesem Material hast Du eine Chance, im Falle eines Lawinenabgangs gefunden zu werden bzw. nach Verschütteten suchen zu können. Selbstverständlich musst Du wissen, wie man diese Ausrüstung bedient. Mein Tipp: Zu Beginn der Saison einen Übungstag einlegen. Am besten mit vielen Freunden, dann macht’s sogar richtig Spaß. Ganz im Ernst: Die Rettung kann man nicht oft genug üben. Das Du natürlich schon bei der Planung Deiner Tour das Lawinenrisiko checkst und die Tour entsprechend anpasst bzw. verschiebst, versteht sich von selbst.

Je nach Wahl der Tour gehören auch Grödel und Schneeschuhe unbedingt zu Deiner Ausstattung. Im nächsten BERGBEGEGNUNGEN-Newsletter erzähle ich Dir, worauf Du bei Schneeschuhen und Grödeln achten solltest.

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