Trocken durch den Regen – mit der passenden Kleidung

Foto: Christoph Jorda

Erst sind es nur wenige Tropfen, die dezent gen Erde fallen. Doch innerhalb kürzester Zeit kann daraus ein prasselnder Regen werden. Wer bei diesem Wetter in den Bergen unterwegs ist und die Hütte oder das Zuhause noch in weiter Ferne liegen, freut sich über einen guten Regenschutz. Doch welcher ist das eigentlich? Bei dem Thema scheiden sich die Geister. Wir stellen Dir einige Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen vor.

Der Regenponcho
Etwas merkwürdig sehen sie meist aus, die Regenponchos. Vor allem, wenn es sich um die ganz günstigen Varianten handelt, die nach der Tour mehr oder weniger zerfetzt im Mülleimer landen. Wer auf den Ganz-Körper-Regenschutz setzt, sollte auf jeden Fall zu einem hochwertigen Modell greifen, das jahrelange Treue garantiert. Vorteil des Ponchos: Er lässt sich auch über den Rucksack ziehen, so läuft kein Nass zwischen Rucksack und Rücken. Zudem ist er recht luftig durch die Öffnung unten. Nachteil: Ponchos sind weit und Du bleibst schnell an Felsen oder Ästen hängen. Das kann u. U. zum Sicherheitsrisiko werden. Zudem ist der Inhalt Deines Rucksacks nicht so schnell greifbar.

Der Regenschirm
Ich weiß, viele Wanderer schwören mittlerweile auf einen Schirm im Gebirge. Ich halte nichts davon und zwar aus folgenden Gründen: Zum einen hast Du immer eine Hand mit dem Schirm belegt. Das geht aufs Konto des Gleichgewichts und wenn Du Dich zum Beispiel schnell irgendwo festhalten musst, ist der Schirm im Weg. Es gibt zwar Modelle, die man am Rucksack befestigen kann, womit wieder beide Hände frei wären, aber wenn zum Regen auch noch Wind oder gar Sturm hinzu kommt, was in den Bergen meistens der Fall ist, geraten die Schirme an ihre Grenzen, halten Dich nicht mehr trocken, gehen kaputt, oder gefährden Dich sogar, da sie dem Wind zusätzliche Angriffsfläche bieten.

Die Dreierkombi: Jacke, Hose, Rucksackschutz
Ich persönlich bin ein großer Fan der Zweier-, bzw. Dreierkombi. Bei einem warmen Sommerregen, wenn die Hütte vielleicht nicht mehr weit ist, oder wenn ich weiß, dass ich abends nasse Sachen trocknen kann, ziehe ich nur schnell meine Regenjacke an (mehr zum Thema Regenjacken findest Du weiter unten) und ziehe den Regenschutz über meinen Rucksack. Letzterer ist bei den meisten Rucksäcken im Bodenfach integriert, es gibt sie aber auch einzeln zum Kauf. Wenn ein Unwetter naht, ein kalter Wind weht oder das Ziel noch weit entfernt liegt, springe ich auch noch in meine atmungsaktive Regenhose. Vorteil dieser Kombination: Ich behalte meine maximale Bewegungsfreiheit, habe die Hände frei und bin am ganzen Körper vor Nässe geschützt. Wie ich finde einziger Nachteil: Zwischen meinem in die Regenjacke verpackten Rücken und dem vorne durch Regenhülle geschützten Rucksack kann das Nass am Rückenteil runterlaufen. Das sind meist keine Mengen, aber wenn ich den ganzen Tag bei schlechtem Wetter unterwegs bin, schütze ich mein Gepäck im Rucksack dennoch zusätzlich durch wasserdichte Packtaschen.

Die perfekte Regenjacke
Wer auf der Suche nach einer Regenjacke ist, wird schnell merken, dass es da riesige Unterschiede gibt. Vor allem im Preis! 300 bis 500 Euro für eine gute Jacke sind da schnell ausgegeben. Der Preis ergibt sich aus der Machart. Die günstigeren Modelle sind fast alle mit einer Polyurethan-Beschichtung versehen, die nur aufgesprüht wird. Diese lösst sich allerdings schnell bei Reibung (durch Felsen oder den Rucksack) und ist weniger atmungsaktiv. Wenn Du ein hochwertiges Modell haben möchtest, greifst Du am besten zu einer Membranjacke. Diese sind atmungsaktiver und abriebfester. Diese so genannten Hardshells gibt es in Varianten mit 2, 2,5 und 3-lagigen Membranen oder Laminat. Je mehr Lagen, desto robuster die Jacke. Achte beim Kauf auf die Wasserfestigkeit. Als dicht gelten Textilien bereits ab einer Wassersäule von 1500 Millimetern. Für eine Tour mit Rucksack im Gebirge ist das aber zu wenig. Da sollten es mindestens 20000 Millimeter sein.

Trockene Füße
Besonders wichtig ist, dass die Füße im Regen trocken bleiben. Darum die Regenhose so weit wie möglich über die Schuhe ziehen. Trocken bleiben die Füße z. B. in wasserdichten Schuhen mit Goretex (Außen oder Innen verarbeitet). Sind die Schuhe dennoch Innen nass geworden: Unbedingt im Schuhraum zum Trocknen die Sohle herausnehmen, ggf. Zeitungspapier in den Schuh stopfen. Lederschuhe nicht zum Trocknen ans Feuer oder die Heizung stellen, das macht das Leder brüchig.

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