Gesundes am Wegesrand: Super-Food aus den Bergen

Manche sind ganz unscheinbar, andere protzen mit ihren wunderschönen Blüten oder betörendem Duft: In den Alpen wachsen allerlei Kräuter und Pflanzen, die echtes Super-Food für uns sind. Wir stellen Dir einige der grünen Kraftprotze vor. Worauf Du beim Sammeln achten musst, welche Teile der Pflanze Du genießen darfst und wie sie Körper & Geist fit halten (oder wieder machen)…

Engelwurz
Bestimmt bist Du dem bis zu zwei Meter hohen Doldenblüter schon Mal begegnet, wenn Du an einem Bach in den Bergen gerastet hast. Dort steht der Engelwurz nämlich besonders gerne. Aber auch auf feuchten Wiesen ist er oft zu finden. Besonders hübsch ist er, wenn die kleinen Blüten in den grün-weißen, kugelrunden Dolden blühen. In der Volksmedizin gilt die Pflanze als Allheilmittel: krampflösend, verdauungsfördernd, entgiftend, nervenstärkend, entzündungshemmend und Immunstärkend. Blüten und Blätter riechen intensiv, würzig-süßlich. Verwendet wird jedoch vor allem der Wurzelstock, der im Frühjahr oder Herbst gesammelt wird. Blätter und Früchte können als Tee verwendet werden, enthalten allerdings nicht mehr so viele Bitterstoffe. ACHTUNG: Nicht verwechseln mit Riesen-Bärenklau, der schon bei Berührung zu Verbrennung führen kann.

Schafgarbe
Sie wird auch „Augenbraue der Venus“ genannt. Zu Recht! So hübsch sind ihre feinen, elegant geschwungenen Blätter. Die vielen Blütenköpfchen formen sie zu einer dichten weißen oder rosafarbenen Schirmrispe. Schon seit der Antike wird die Schafgarbe mit ihren Bitterstoffe als Wundheilmittel und und er Frauenheilkunde eingesetzt. Der Name leitet sich übrigens davon ab, dass Schafe, wenn sie krank sind, dieses Kraut besonders oft fressen. Die Blüten und Blätter kannst Du in getrockneter und frischer Form verwenden. Schafgarbe wirkt krampflösend, blutflusshemmend, entgiftend, entzündungshemmend. Zudem stillt sie Blutungen und ist wirkt auf das innere Gleichgewicht stabilisierend.

Schafgarbe mit ihren filigranen Blättern

Brennnessel
Klingt jetzt nicht gleich super attraktiv, denn viele von uns verbinden schmerzhafte Verbindungen mit der Pflanze. Aber wer sie zur rechten Zeit (im Frühling die jungen Blätter) und richtig (z. B. mit Lederhandschuhen) sammelt, hat ein Super-Food erster Güte erwischt. Denn die Brennnessel enthält jede Menge Eisen, Eiweiß, Magnesium, Calcium und Vitamin C. Vielerorts (etwa im Allgäu) tummelt sie sich durchaus in Höhen bis 2000 Metern. Essbar sind sowohl die Blätter, als auch Stängel, Samen und Blüten. Brennnessel war schon bei Hippokrates und Hildegard von Bingen beliebt zur Reinigung und Entschlackung.

Manchmal ein zweifelhaftes Vergnügen: Begegnungen mit der Brennnessel

Quendel
Quendel ist der kleine Bruder des Thymians. Wo es sonnig, steinig und trocken ist, fühlt er sich wohl. Du wirst ihm darum auch in höheren Lagen des Gebirges finden. Oft breiten sich dann ganze pink-violette Teppiche im Sommer aus. Das ist die beste Zeit zum Ernten und trocknen! Als Tee oder Badezusatz ist er Dein perfekter Begleiter durch die Erkältungszeit.

Löwenzahn
Von den einen als Unkraut verhasst, von den anderen als Heilpflanze geliebt: Am Löwenzahn scheiden sich die Geister. Die frischen Blätter im Frühling schmecken prima im Salat. Als Heilwurzel wird die Frühlingswurzel genutzt. Sie regt Galle und Leber an, beugt Blähungen und Sodbrennen vor und wirkt entwässerungsfördernd. Für einen Löwenzahnwurzeltee koche ein bis zwei Teelöffel kleingeschnittene Wurzel mit etwa 250 ml Wasser auf. Lass alles zehn Minuten ziehen. Empfohlen werden 2-4 Taggen pro Tage, am besten kurz vor dem Essen.

Vom Löwenzahn sind vor allem die jungen Blätter genießbar. Blüten am besten erst im April/Mai sammeln, wenn es schon richtig viele gibt. Vorher sind sie wichtige Nahrungsquellen für Bienchen & Co.

Spitzwegerich
So unscheinbar, so vielseitig! Der Spitzwegerich ist eine der ältesten bekannten Heilpflanzen und erste Wahl bei Wundheilung und Atemwegsleiden. Falls Dich unterwegs eine Biene sticht oder Du ungeplanten Kontakt zur Brennnessel hast, hilft der Saft des Spitzwegerich gegen das Brennen und Jucken. Einfach einige Blätter in den Händen verreiben, bis der Saft austritt. Er wirkt antibiotisch. Einige Wanderer schwören auch auf Spitzwegerich als vorbeugende Hilfe gegen Blasen. Dazu ein großes Blatt zwischen Fuß und Socke legen. Es soll die Haut geschmeidig halten. Praktisch: Der Spitzwegerich ist oft an Wegen (daher der Name) zu finden und ganzjährig voller Vitamine. Essbar sind sowohl die Blätter, als auch die Samen. Aus Spitzwegerich lässt sich heilsamer Tee herstellen, der bei Erkrankungen der Atemwege oder Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut wirkt.

WICHTIGER HINWEIS: Wie immer gilt beim Sammeln von Wildpflanzen: Pflück nur, was Du wirklich absolut eindeutig bestimmen kannst! Ernte niemals einzelne Pflanzen, sondern nur dort, wo es größere Bestände gibt. Sammle nur so viel, wie Du wirklich sinnvoll verwenden kannst. Pflücke achtsam und vorsichtig.

Buchtipp: Ihr seid neugierig auf die wunderbare Welt der Wildpflanzen? Dann kann ich Euch aus Überzeugung das Buch „Wildkräuter. Bestimmen – Sammeln – Zubereiten“ von Martina Merz empfehlen. In dem Standardwerk finden Anfänger wie Profis wirklich alles zu den besagten Themen, ganz viele praktische Tipps und köstliche Rezepte.

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