E5-Hütten im Porträt: Memminger Hütte

Sie sind ersehntes Tagesziel, Unterschlupf bei miesem Wetter, Kommunikations-Zentrale und Zuhause auf Zeit in einem: die Hütten auf der Alpenüberquerung auf dem E5. Wir stellen einige dieser Hütten, denen Du auf der Route Oberstdorf nach Meran begegnest, in einer Mini-Serie vor. Ganz persönlich. Heute geht’s ins Lechtal zur Memminger Hütte.

Am Aufstieg zur Memminger Hütte scheiden sich die Geister. Die einen wollen „by fair means“ unterwegs sein, also alles aus eigener Kraft laufen, die anderen möchten sich den recht öden Weg von Holzgau bis zur Materialseilbahn der Hütte sparen und steigen am Gasthof Bären ins Taxi. Ganz gleich, für welche Variante Du Dich entscheidest: Ab der Talstation der Materialseilbahn beginnt der herrliche Aufstieg zur Hütte. Vorbei am Wasserfall geht es immer weiter hinauf, oftmals weiden Haflinger entlang des Weges.

Großes Berg-Kino
Und dann betrittst Du „die Arena“, so nenne ich gerne diesen großartigen Bergkessel, in dem die Memminger Hütte liegt. Eingerahmt von Seekogel, Oberlahmspitze, Schwabenkopf, Seeschartenspitze und Seekopf. In der Mitte liegt auf einer kleinen Anhöhe, eingebettet von grünen Wiesen die Memminger Hütte mit ihren sonnengeschwärzten Schindeln und den schwarz-rot-weißen Fensterläden. Sanft windet sich ein Bachlauf durch das Grün der Landschaft. Auch wenn die Hütte lockt, Du das kühle Bier oder den Kaffee schon auf den Lippen spürst: Es lohnt sich, nun nicht einfach zur Hütte zu hetzen. Denn das Grün der Wiese lockt Scharen von Murmeltieren an, die sich hier auf den Felsen von der Sonne wärmen lassen, sich den Winterspeck anfressen oder mit den Jungtieren herumtollen. Wenn es heiß ist, lassen es die Murmel langsam angehen. Sie haben nur wenige Schweißdrüsen und können nicht hecheln, darum gilt an Hochsommertagen: „Immer schön chillen!“

Fressen, schlafen, fressen: Mumeltier-Leben

2242 Meter – wieder ein neuer Rekord auf Deiner E5-Tour. So hoch liegt die Memminger Hütte. Sie ist das Nadelöhr der Tour, weil sie über deutlich weniger Plätze verfügt als die meisten anderen Hütten entlang des Wegs. Ohne Reservierung läuft hier nichts! Schon auf der Homepage der Hütte wird darauf hingewiesen, dass aufgrund der knappen Kapazitäten in zwei Schichten gegessen werden muss: Die Bergschulen und Gruppen bekommen um 17:30 Uhr die bestellte Halbpension, A-la-Carte-Gäste dürfen danach von 18:30 bid 19:30 Uhr essen. Bei schlechtem Wetter wird die Stube zu klein, ein Zelt sorgt für zusätzlichen Platz.

Starkes Team
Bewirtschaftet wird die Memminger Hütte von Kati und ihrem Vater Andi Schmid. Routiniert verteilt Kati am Tresen Karten, auf die der Konsum gebucht wird, gibt Getränke aus, weist Schlafplätze zu und beantwortet gefühlt 200 Fragen pro Minute. Ihr Vater schaft derweil Rucksäcke der Gäste von der Materialbahn zur Hütte. Ein stressiger Job! „Das hatten wir in unserer ersten Saison tatsächlich unterschätzt“, erinnert sich Kati. Nun läuft alles Hand in Hand. „Es beeindruckt mich, welche besondere Verbindung es unter den Gästen und auch dem Hüttenteam gibt“, sagt sie. „Der Zusammenhalt ist ganz anders als im Tal. Auch oder gerade weil jeder sein Päckchen trägt.“

Schimmerndes Juwel
Unweit der Hütte liegt einer der drei Seen, die noch von den Gletschern, die es einst hier oben gab, gebildet wurden: der Untere Seewisee. Auf der spiegelglatten Oberfläche zeichnen sich die Berggipfel ab. An heißen Sommertagen ist es die wohl schönste „Badewanne“ der Lechtaler Alpen. Allerdings gibt es immer wieder Dummköpfe, die sich im See mit Shampoo einseifen und so das sensible Ökosystem zerstören. Als Konsequenz stehen nun rund um den See Schilder, die auf das Verbot hinweisen. Die Dummheit des Menschen ist unendlich… Genieße den Anblick des Sees, kühle Dich in ihm ab und dann lass ihn zurück, ohne Spuren zu hinterlassen.

Schlüsselstelle und Königs-Etappe
Auch wenn die Beine schwer sind und es Dich nach dem Abendessen in die Horizontale zieht – Du solltest auf jeden Fall noch Mal die Schuhe anziehen und hinaus gehen. Denn am Abend kommen oft vierbeinige Besucher zur Hütte: Die Steinböcke, die rundherum in den Felsen leben, holen sich ihr Abendessen. Geschicht klettern sie durch das Gelände, beneidenswert trittsicher steigen sie ins Grün hinab. Ein Gänsehaut-Moment! Für ein Gefühlsrausch der anderen Art sorgt die Etappe, die nach der Memminger Hütte folgt: Der Wechsel über die Seescharte ins Inntal und der laaaaaange Abstieg nach Zams. Sie gilt als Königsetappe des E5 und so manche Gruselgeschichte wird bereits abends oder beim Frühstück auf der Hütte erzählt. Doch erstmal geht’s hinauf, vorbei an den Seen hinauf auf 2599 Meter zur Seescharte, dem engen Spalt zwischen Seeschartenkopf und Seeschartenspitze. Ein Übergang, der schon in der Steinzeit genutzt wurde. Damals allerdings noch ohne in den Fels gebohrte Stahlseile zur Sicherung. Von den Schlüsselstellen auf dem E5 erzähle ich Dir mehr in einem meiner nächsten Blog-Beiträge…

Infos zur Memminger Hütte: https://www.memmingerhuette.com/
Buchung von Übernachtungsplätzen über das Buchungsportal des DAV hier.
Das Team der Memminger Hütte tummelt sich auf auf Facebook.

Mach Dich bereit für Dein Abenteuer Alpenüberquerung!
Beim kostenlosen Live-Webinar „So planst Du den E5“ dreht sich am 7. April 2021 um 19:30 Uhr alles rund um die Logistik und Fragen, die sich bei der Planung der Tour stellen: Wie kann ich anreisen? Wo kann ich die Hütten reservieren? Welche Strecken gibt es? Wann sollte ich lieber mit einer Bergschule gehen etc. Du willst dabei sein? Dann melde Dich hier für das kostenlose Live-Webinar an: ANMELDUNG

Du hast noch viel, viel mehr Fragen? Zu Ausrüstung, Kleidung, Gefahren, Wetter etc. auf dem E5? Dann ist unser Live-Webinar „Fit für den E5“ genau das richtige für Dich! Das nächste Mal starten wir am Samstag, den 24. April. Hier findest Du mehr Infos und kannst Dich anmelden.

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